Mein Problem mit den Linken und der Grund warum ich dem SDS den Rücken zugekehrt habe, oder wie es hier ausgedrückt wird: Den neuen Linken.

Im Hintergrund des nun wieder ausgebrochenen Machtkampfes steht der seit 2015 schwelende Konflikt um die Fokussierung der Partei entweder auf die Interessen der Stammwähler: neben den DDR-Romantikern sind das Transferbezieher, Geringverdiener, die sogenannten kleinen Leute. Oder eben auf ein Milieu, dass man die neue Linke nennen könnte: junge, akademische Kosmopoliten, die das Aufgehen Deutschlands in einer Republik Europa, eine konstruktivistische Sprachpolitik und der Kampf gegen Migrationssteuerung stärker elektrisiert als die soziale Frage. Besonders deutlich zeichnet sich diese Konfliktlinie zwischen Kipping und Wagenknecht ab.

(aus der Welt vom 18.10.2017)

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Dabei beschränkt man sich in einer dogmatisch weltoffenen Verkopftheit und verschließt sich jeder Möglichkeit einer sachlichen Debatte, sofern man sich auch nur dem Rand des selbst gesetzten Nadelöhrs nähert. Das Nadelöhr des moralischen Elitarismus und der political correctness. Dabei versteht man sich selbst natürlich immer in einem Wettkampf wer seine dogmatische Weltanschauung am elegantesten dafür nutzen kann die kleine Insel der politischen Korrektheit noch kleiner zu machen, um eitel auf die Mitdebatierenden herabzusehen wie sie mit ihrer Rüstung der mittelalterlich zurückgebliebenen Vorstellungen neben jener Insel ertrinken.

Wenn der Wettkampf darin besteht wie man am besten Themen umgeht die auch nur annähernd im Zweifel der eigenen moralischen Überlegenheit stehen, oder die höchste aller Disziplinen: wie man sich selbst am wenigsten Angreifbar macht. Dann hat das mit realer Politik und wie man reale Umstände wirklich verbessert wirklich nichts zu tun, wenn sich selbst ernannte Revoluzzer sich gegenseitig mit wohl gespickten sanften Sätzen des Duckmäusertums gegenseitig liebkosen, um gar niemandem auf die Füße zu treten, klare Kante zu zeigen oder gar aufzufallen.

Mein Blick sucht fürs erste eine freie offene sachlich humanistische politische Heimat.

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18.10.2017

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